Misereor-Pfarrei-Projekt (Projekt-Nr. P20002) für 2025 und 2026

„Die Umwelt ist ein hohes Gut. Der Mensch ist nicht berechtigt, sie zu zerstören. Der Missbrauch und die Zerstörung gehen einher mit einem unaufhaltsamen Prozess der Exklusion.“

– Papst Franziskus

Peru und Bolivien: Ökologische Landwirtschaft in den Anden

Rückgewinnung der Bodenfruchtbarkeit durch ökologischen Landbau im Kanton Sacaca/Department Potosí/Bolivien, im Departement Junín/Peru und in der Provinz Espinar/Departement Cusco/Peru.

Die Lebensbedingungen im bolivianischen und peruanischen Andenhochland sind hart. Armut und Hunger machen vielen Kleinbauernfamilien zu schaffen, schon die Kinder sind häufig mangelernährt. Hauptursachen für die schwierige Situation sind neben den extremen Wetterverhältnissen in z. T. über 4.000 Metern Höhe vor allem die ausgelaugten Böden sowie die fortschreitende Erosion durch Wind und Wasser. Da viele Bergbewohner zudem nur winzige Landparzellen besitzen, geben sie irgendwann auf und ziehen in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die großen Städte. Doch dort landen sie meist in Elendsvierteln, die kaum ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.

Ertragreiche Landwirtschaft im Hochland

Misereor-Partner wie die „Fundación Eclesial Agroecología y Fe" in Bolivien organisieren Fortbildungen in ökologischer Landwirtschaft. Kleinbauernfamilien in den Anden lernen, wie sie das Land wieder fruchtbar machen und ihre Ernteerträge steigern können. Auf dem Land der beteiligten Familien im Bezirk Cochabamba wachsen jetzt in fast 4.000 Meter Höhe Kartoffeln, Gemüse und Futterpflanzen für Rinder und Schafe. Rund um die Felder werden Bäume und Sträucher gepflanzt, die den Boden vor Austrocknung und Erosion schützen.

Kinder des Dorfs Catacora

Die Kinder des Dorfs Catacora schauen sich genau an, was es später für sie zu essen gibt.

Eine gute Ernte fürs ganze Jahr

Im Rahmen des Projekts lernen die Kleinbauern, eigenes Saatgut und natürlichen Dünger zu produzieren. Sie legen Regenauffangbecken und Kanäle an, um Felder und selbst gebaute Gewächshäuser zu bewässern. Genug Wasser gibt es jetzt auch in der Trockenzeit. Ernte und Viehfutter lagern sicher in Silos.

Hilfe zur Selbsthilfe, die satt macht

Den Familien geht es gut: Sie haben das ganze Jahr zu essen und verkaufen sogar Überschüsse auf dem Markt. Sie müssen ihr Land nicht verlassen wie viele andere, die ihr Glück in der Stadt suchen und dabei meist in Elendsvierteln landen.

Familien im Andenhochland am Wasserbecken

Landwirtschaft mit politischem Engagement verbinden

Im Andenhochland Perus organisiert Misereor-Partner REDES mit Erfolg ein ähnliches Programm. Immer mehr Familien können von den Erträgen ihrer Felder leben. Kurse in regionaler Entwicklungsplanung und Staatsbürgerkunde sowie ein Radioprogramm helfen den Kleinbauern, sich auch politisch für ihre Interessen einzusetzen.

So sieht unser gemeinsamer Erfolg aus

Mit aktivem Bodenschutz haben die Kleinbauernfamilien in den Anden bereits große Ackerflächen wieder fruchtbar gemacht. Geschult durch unsere Partner sind viele Familien von konventioneller Landwirtschaft auf agrarökologischen Landbau umgestiegen. Im Umfeld von Cochabamba hat unser Partner „Asociación Agroecología y Fe" die Menschen unterstützt, bislang 210 Obst- und Gemüseplantagen nach dem Agroforst-Prinzip anzulegen. Allein in dieser Region profitieren die bäuerlichen Familienbetriebe mittlerweile von 75 Bewässerungssystemen mit großen Wasserspeichern. Inzwischen bauen die Familien einen großen Teil ihrer Lebensmittel selbst an. Das geht auch im stadtnahen Raum: Hier haben sie mit Unterstützung von AAEYF 150 „produktive Innenhöfe" angelegt.

Robuste Saat im Andenhochland

Eine robuste Saat ist wichtig, damit auch bei einem Klima auf 4.000 Metern Höhe noch ein erfolgreicher Ertrag entstehen kann.

Wenn auch Sie dieses Projekt mit unterstützen möchten, hier das Misereor-Konto unserer Pfarrei:

IBAN DE32 3606 0488 0110 8110 48, Stichwort: Misereor

Heike Böse
Eine-Welt-Kreis der Pfarrei