St. Josef Kupferdreh

Briefaktion der ACAT im September 2026

10. September 2026

ACAT-Deutschland ist dankbar für die Ende Juni 2026 erfolgte Freilassung des vietnamesischen Klimaschützers und Umweltrechtsanwalts Dang Dinh Bach nach Ablauf der willkürlich gegen ihn verhängten Haftstrafe von 5 Jahren. Bach bedankte sich ausdrücklich für die anhaltenden Solidaritätskundgebungen, die u.a. zu einer Verbesserung der lebensbedrohenden Haftbedingungen geführt hatten.

Vietnam u.a. BA 11/23, 19/23

 

Ebenfalls dankt ACAT-Deutschland für die Freilassung des 16-jährigen Kubaners Jonathan Muir Burgos, der wegen der Teilnahme an einer Demonstration gegen Stromausfälle und Lebensmittelknappheit verhaftet und im Gefängnis misshandelt worden war, nach mehr als 3 Monaten Haft.

Kuba BA 12/26 

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

 

 

Briefaktionen der ACAT (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter: www.acat-deutschland.de) im September liegen in St. Barbara, St. Mariä Geb., St. Georg und Herz-Jesu aus. Aber auch hier auf der Homepage finden Sie unter dem Hinweis die ausführliche Information und die unterschriftsfertigen Briefe zum Ausdrucken, Unterschreiben und Abschicken.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

 

1. Anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe am 10. Oktober möchte ACAT auf zwei von der Todesstrafe bedrohte Anwälte im Sudan aufmerksam machen.

 

Der Anwalt und Menschenrechtsverteidiger Mohamed Izzeldin Abdelrahim Mohamed Salih setzt sich angesichts des seit über 3 Jahren andauernden und mit unverminderter Härte geführten Bürgerkriegs im Sudan für den Zugang zur Justiz und den Schutz von Zivilpersonen ein, besonders für Frauen und Kinder. Er vertritt Opfer vor nationalen und internationalen Gerichten und berichtet auf unterschiedlichen Ebenen über den Krieg, u.a. dokumentiert er Menschenrechtsverletzungen.

 

Am 10. Mai 2025 wurde der Anwalt – so die international renommierte Menschenrechtsorganisation Front Line Defenders (FLD) - von 5 bewaffneten, in Zivil gekleideten Mitgliedern des sudanesischen Militärgeheimdienstes festgenommen, ohne dass ihm ein Haftbefehl vorgelegt noch ein Grund für seine Festnahme genannt wurde.

 

Während der Verhöre wurde der Gefangene auf den Rücken geschlagen, was eine Bandscheibenverletzung zur Folge hatte, und mit Elektroschocks und Schlafentzug gefoltert. In dieser Zeit wurde ihm der Zugang zu Angehörigen, und Rechtsbeiständen verweigert, ebenso jegliche medizinische Versorgung, obwohl er sich mit Dengue-Fieber ansteckte und sich durch die schlechte Ernährung sein Diabetes verschärfte.

 

Am 27. Juli 2026 musste Mohamed Izzeldin vor dem Strafgericht in Port Sudan in einer ersten Anhörung erscheinen. Eine zweite Anhörung war für den 18. August geplant, Ergebnisse sind noch nicht bekannt. Bei einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.

Auch der Menschenrechtsanwalt Abubakr Mansour Abdela ist von Hinrichtung bedroht. Nach Kriegsbeginn 2023 hatte er an die Mitbewohner seiner Stadt kostenlos Medizin aus der pharmazeutischen Firma seines Bruders verteilt und sich für ein Ende des Krieges engagiert.

Daraufhin wurde er wegen angeblicher Unterstützung der RSF-Rebellen zu 20 Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt. In dem unfairen Berufungsprozess verurteilte ihn das Strafgericht der Stadt Singa am 5. Oktober 2025 zum Tod durch Erhängen. Eine öffentliche Erklärung blieb aus. Die Verteidigung hatte keine Möglichkeit, an dem Prozess teilzunehmen. 

 

Ausführliche Information

Unterschriftsfertige Petitionsbriefe

📎 2026_09_Brief_Republik Sudan.docx

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2. Daad Shah, ein 38-jähriger Pakistani, stammt mit seiner Familie aus der zu Pakistan gehörenden Provinz Belutschistan und arbeitet mit seinem Bruder in einem familiengeführten Geschäft. Er interessiert sich sehr für Lyrik und die Übersetzung literarischer Werke in die belutschische Sprache und teil seine Arbeiten oft in den Sozialen Medien. Auch unterstützt er eine Schwester Fozia Baloch bei ihrer Menschenrechtsarbeit.

 

Wie ACAT-Schweiz unter Berufung auf Amnesty International und Front Line Defenders (FLD) berichtet, verschleppten am 21. April 2026 mehrere Männer in Zivil Daad Shah an seinem Wohnort. Sie hatten weder einen Haftbefehl noch nannten sie Gründe für die Festnahme. Bei den Entführern handelte es sich vermutlich um Angehörige der pakistanischen Anti-Terror-Einheit. Als die Familie des Entführten eine angemessene Untersuchung seines Verschwindens forderte, stieß sie zunächst auf Widerstand seitens der Polizei. Schließlich wurde eine Anzeige gegen „Unbekannt“ aufgenommen, aber nach wie vor bestreiten die Behörden jegliche Beteiligung und geben keinerlei Auskunft über das Schicksal oder den Aufenthaltsort von Daad Shah. Da seine Gesundheit durch chronische Allergien geschwächt ist, ist die Familie sehr besorgt.

 

Bereits 2023 war Daad Shah für 27 Tage willkürlich inhaftiert und während dieser Zeit unter Druck gesetzt worden, seine Schwester zur Beendigung ihres Engagements für Menschenrechte zu bewegen.

 

Am 25. April 2026 wollten Fozia Baloch und ihre Mutter in Karatschi eine Medienkonferenz zum Verschwinden von Daad Shah abzuhalten, wurden jedoch von der Polizei daran gehindert und auf dem Heimweg festgenommen und misshandelt. Zudem wurde kurzzeitig ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet; wenig später wurden sie wieder freigelassen.

 

Ausführliche Information

Unterschriftsfertige Petitionsbriefe

📎 2026_09_Brief_Daad Shah.docx

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P.S.  Im vergangenen Jahr hatte sich ACAT-Deutschland mehrfach für die Menschen aus Afghanistan eingesetzt, die in Pakistan auf die versprochene Evakuierung nach Deutschland warten. Die Organisation Kabul Luftbrücke hatte im Sommer zu diesem Thema eine Kampagne durchgeführt. Obwohl diese Kampagne offiziell abgeschlossen ist, kann man den Appell an den Bundeskanzler weiterhin unterstützen. Dazu fügen wir ausnahmsweise einen Zusatzappell als Datei an.

 

Der Wortlaut sollte unverändert bleiben und auch die ACAT nicht erwähnt werden.

 

Unterschriftsfertiger Zusatzappell

📎 2026_09_Brief_Gebetsblatt.docx

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